„Die Bewegung“ nach dem 15. Oktober – Ein Pamphlet

 

Von Florian Hauschild.

Der folgende Text spiegelt eine Einzelmeinung wider – soll als solche aber in den gemeinschaftlichen Diskurs eingebracht werden. Wie  immer wird die darauf folgende Debatte Zustimmung, aber auch Ablehnung ausdrücken. Wie immer ist genau dieser argumentative Konflikt als Weg  das Ziel.

Nun waren wir also auf den Straßen und Plätzen. Weltweit, Millionen  von uns und haben das gezeigt, was wir schon länger wissen: Überall auf der Welt sind die Menschen nicht mehr einverstanden mit dem bestehenden System, sprich mit den vorherrschenden Machtverhältnissen, aber auch  mit der Art und Weise wie Entscheidungen getroffen werden und nach welchen Prioritäten dies von Statten geht.

Allein in Deutschland waren wir rund 40.000, die  Präsenz auf den Straßen und Plätzen gezeigt haben. Hinter jedem von uns  steht eine uns selbst unbekannte Zahl von Sympathisanten, die ebenfalls  „wir“ sind. Wir haben all Jene Lügen gestraft, die noch vor Kurzem als  scheinbar unverrückbare Wahrheit verkündet haben: „In Deutschland geht  sowieso Niemand auf die Straße“.

Statt Einsicht sehen wir von Seiten genau dieser Akteure nun aber ein gezieltes Umdeuten der Proteste, teils ein Diffamieren, und sogar  Vereinnahmungsversuche. Manch Einer meint auch zu wissen: „Das ist ein  Strohfeuer, das ebbt schon wieder ab. Die Banken werden „gerettet“ und  dann ist wieder Ruhe.“ Doch sei hier gesagt: Es geht um weit mehr!

„Wir sind die 99%“, heißt es seit einiger Zeit, was allerdings nicht heißen soll, dass nur wir, die bereits Flagge  zeigen, dies sind. Unser Slogan ist eher wie folgt zu verstehen: Wir  sind Teil der 99% der Menschen, denen das bestehende Gesellschaftssystem  nicht zu Gute kommt. Wir sind Diejenigen unter den 99%, die ob dieser Umstände angefangen haben, ihre Stimme zu erheben.

Wir erheben unsere Stimme jedoch nicht, weil wir glauben ein exklusives  Recht dazu zu haben, wir erheben unsere Stimme mit dem Ziel, dass all  die, die dies noch nicht tun, sich ein Beispiel an uns nehmen und ihr  Schweigen ebenfalls brechen.

„Wir sind die 99%“ heißt ebenfalls nicht,  dass uns eine Gesellschaftsordnung vorschwebt, die „nur“ diesen 99%  dient. Die Veränderungen, die wir suchen herbeizuführen, sollen allen  Menschen zu Gute kommen, auch jenen, die – gewollt oder ungewollt – von den jetzigen Spielregeln profitieren. Unsere Protestformen richten sich  daher auch nicht gegen „die Bänker“, wie etwa Frau Merkel nun populistischerweise zu verbreiten versucht,  indem sie glaubt, das demokratische Erwachen der Menschen gar als  Legitimation für die weitere Produktion von Beruhigungspillen  missbrauchen zu können.

Unsere Proteste richten sich auch nicht (nur oder überhaupt) gegen „den Kapitalismus“, wie Herr Gauck glaubt, verbreiten zu dürfen und solchen Falschaussagen geschwind noch ein „unsäglich albern“ anzuhängen. Auch wir wissen, dass wir als Menschen Handel brauchen. Auch wir wissen,  dass die Arbeitsteilung und der Austausch von Leistung Errungenschaften  sind, die es zu bewahren gilt. Wir wehren uns lediglich gegen die  Propagandalügen, die da sagen, bei den bestehenden Wirtschaftsstrukturen handele es sich um „freie Märkte“, die es zu schützen und zu „beruhigen“  gilt – oder gar um ein erhaltenswertes Gesamtsystem als solches.

Unser „Sprung auf die Staße“ geht auch nicht auf  die Wall-Street-Proteste zurück, wie nun gerne behauptet wird. Unsere Vernetzung hat ihren Ursprung in den spanischen Protesten im Mai dieses  Jahres, welche ihrerseits die Vorstufe zu „Occupy Wallstreet“ waren. Auf die Proteste am 15. Oktober haben wir uns bereits Ende Mai verständigt.

Wir wissen, dass ein sinnvolles gemeinsames Wirtschaften nur unter der Prämisse der Kooperation – und eben nicht auf  Grundlage von Konkurrenz möglich ist, wie es die derzeit noch herrschende Dogmatik propagiert. Wir wissen auch, dass sich unser  Wirtschaften und unser Konsum an den Ressourcen auszurichten hat, die uns auf unserem Planeten zur Verfügung stehen. Wir wissen, dass es ein Irr- und Wahnsinn ist, aus reinem Profitstreben den immer widerwärtigeren Raubau an Mensch, Tier und Natur voranzutreiben.

Die bestehende Wirtschaftsordnung ist – als Folge  eben jenes Monopoly-Konkurrenzdenkens – hochgradig oligarchisch bis  monopolistisch. Ebenso wie die grundlegenden Strukturen des bestehenden Geldsystems, das fast alle Lebensbereiche tangiert, wenn nicht gar  dominiert. Die bestehenden politischen Systeme, in denen wir leben sind  nicht demokratisch, sondern wurden längst von eben jenen Wirtschafts-  und Bankenoligopolen vereinnahmt.

Wir wehren uns also auch gegen die Verwendung falscher Begrifflichkeiten, die die Grundlage von Massenmanipulation und gezielter Sabotage politischer Diskurse sind. Wir plädieren für politische Bildung von uns allen, deren Folge ein klarer Blick auf die  herrschenden Gesellschaftsstrukturen sein wird, in denen Begriffe wie  „retten“, „helfen“, „Reformen“ und „Wachstum“ als das erkannt werden, was  sie sind: Propagandistischer Neusprech, der dem immer gleichen Ziel  dient: Die Allgemeinheit zu verwirren, zu spalten, uninformiert zu  halten und sie so zu beherrschen.

An die Stelle dieser spalterischen Konkurrenz- und Parteienpolitik setzen wir konsensfördernde Kommunikationsformen. Asambleas  im virtuellen und im physischen Raum treten an die Stelle von Stellvertreterdebatten in den Konzernmedien. Direkte basisdemokratische  Strukturen ersetzen korrumpierte Repräsentationssysteme, und stehen schon jetzt als Alternativen bereit, sobald letztere ohnehin unweigerlich kollabieren.

Wir haben die Lügen dieses im Kern längst schon gescheiterten Systems erkannt und entlarvt. Wir werden diese Lügen auch weiterhin entlarven. Und während viele sich noch fragen, wie wir „es“  eigentlich machen wollen, machen wir es längst: Wir vernetzen uns  dezentral und kommunizieren miteinander – nicht mehr und nicht weniger.  All Jene, die Hoffnung in diesen Weg setzen, sind eigentlich schon Teil  von „uns“. All Jene, die glauben, dies wäre naiv, Jene, die jetzt noch über „die Bewegung“ spotten, Euch sagen wir:

Ihr werdet Euch noch mal gewünscht haben, wir  wären naiv! Wir wissen genau, was wir tun. Und wir sind längst viele  Millionen. Wir sind eine bunte Vernetzung unzähliger Menschen. Wir sind friedlich und gewaltfrei, aber wir sind ebenfalls wortgewaltig und radikal, wenn es um die Verbreitung der hier aufgeführten Tatsachen geht. Wir sind eine revolutionäre „Bewegung“ und unsere Waffe ist das Wort.

Den reaktionären Kräften, die nun noch versuchen, uns klein zu halten, uns umzudeuten und uns zu vereinnahmen, sagen wir: Wir werden auch weiterhin willentlich und bewusst alles tun, um die Illusionen und die Traumblasen, die Ihr in Euren Köpfen für die  Wirklichkeit haltet, zu zerstören. Wir werden Euch hierfür weiterhin mit  Information konfrontieren, die Euren Irrglauben, das  bestehende Gesellschaftssystem hätte auch nur die geringste  Überlebenschance, zerplatzen lässt.

Ihr könnt all dies eine Weile ignorieren –  irgendwann werdet Ihr versuchen, uns zu zensieren, aber Ihr könnt vor der  Wahrheit nicht davon rennen. Wir werden alle Eure Illusionen und Trugbilder, Euer nur scheinbar berechtigtes Vertrauen in ein bereits gescheitertes System hinrichten, hinrichten, hinrichten; zerschmettern, zerschmettern, zerschmettern, bis in Euren Köpfen alles in Ruinen liegt und auch Ihr bereit seid für die Saat des Neuen.

Mit Zustimmung des Autors hier veröffentlicht. Original Artikel auf Babyshambler

Wir sind das Volk 2.0 – Occupy Wall Street und 99Percent zeigen, dass friedliche Revolution auch ohne Helden und “Old Media” funktioniert.

 

“PC und Internet sind das demokratischste Duo, das es gibt.” Craig Barnett, ehemaliger CEO von Intel.

 

 

Kann das Internet die globalen Machtstrukturen verändern? Die herkömmlichen Medien, wie Zeitung und Fernsehen haben nicht mehr die Meinungshoheit und laufen den tatsächlichen Ereignissen oft hinterher.

Basisdemokratische Bewegungen mit Internetbezug wie die spanischen  “Indignados”, “Occupy Wall Street”, “99Percent” und Andere, die sich gegen die zerstörerische Macht der Banken und Finanzindustrie auf Politik und Menschen wenden, nehmen internationale Formen an und mobilisieren Menschen weltweit.

Kann das, was in Tunesien, Ägypten und Libyen Diktatoren stürzte, in Syrien den brutalen Machthaber Assad ins Wanken bringt und den Status Quo in  der ganzen Region des Maghreb veränderte, weltweit die Kapitalmacht und deren Einfluß auf Politik und Gesellschaft genauso nachhaltig verändern?

Im Fernsehbericht des NDR-Magazins Zapp über die Occupy Wall Street Proteste und warum Fernsehen und Zeitungen nur langsam auf diese Massenbewegungen reagieren.

 

 

 

 

 

http://www.ndr.de/flash/zapp/interactivePlayer.html?xml=zappsendung329-interactiveBroadcasts.xml&sr=zapp

 

 

15.Oktober 2011 – Wir sind 99% – Weltweite Wut auf Banken


Zusammen stark sein für unsere Welt

Vereint im Protest gegen die Macht der Banken: In Dutzenden Ländern beteiligen sich am 15. Oktober 2011 Demonstranten am Aktionstag gegen die entfesselten Finanzmärkte und den Finanzmarktkapitalismus.

Stachus München 15.10.11

Beim weltweiten Protesten gegen die Auswüchse des Finanzmarktes sind am Samstag hunderttausende Menschen rund um den Globus auf die Straßen gegangen. In der deutschen Bankenmetropole Frankfurt am Main, in München  und in der Hauptstadt Berlin protestierten jeweils etwa 5000 Menschen gegen die Rettung maroder Banken und soziale Ungleichheiten. Vorbild für die Proteste waren die Dauerkundgebungen in New York und Madrid.

 

 

Insgesamt folgten in Deutschland nach Angaben der Mitorganisatoren von Attac mehr als 40 000 Kapitalismuskritiker in etwa 50 Städten dem Aufruf zum Protest. Max Bank vom Attac-Koordinierungskreis wertete den Protesttag als großen Erfolg. «Der Funke ist übergesprungen, die Bewegung ist da», sagte er. Die Globalisierungsgegner fordern unter anderem eine europäische Vermögensabgabe und Finanztransaktionssteuer.

Berlin 15.10.11

In Berlin zogen die Demonstranten vom Alexanderplatz in Richtung Kanzleramt. Die Polizei unterband aber das Campieren vor dem Reichstag. In Frankfurt am Main marschierten die Menschen zu einer Kundgebung an der Europäischen Zentralbank (EZB). Mit Genehmigung der Stadt Frankfurt stellten einige Demonstranten Zelte auf.

 

 

Auch in anderen europäischen Städten wie London war das Echo auf den im Internet verbreiteten Aufruf groß.


Rom 15.10.11 (c) AP

In Rom waren es mehr als 100.000 Protestierende. Eine Gruppe Vermummter zündete auf der zentralen Via Cavour Autos an, deren Benzintanks explodierten. Mehrere Räume des Verteidigungsministeriums wurden durch Sprengsätze und Rauchbomben beschädigt, wie italienische Medien berichteten.


Ein Signal war der Marsch auf der Brooklyn Bridge. Festgenommene Demonstrantin.

 

Vorbild der Demonstrationen sind die amerikanische Protestbewegung Occupy Wall Street (Besetzt die Wall Street) und die jungen Demonstranten (Indignados)  in Spanien, die sich gegen das Finanzsystem und große Teile der Bankenwelt wenden.


Demonstranten von «Occupy Wall Street» protestieren als Zombies im Finanzdistrikt von New York.

In Brüssel protestierten etwa 6000 Kapitalismuskritiker. Darunter waren auch Aktivisten der spanischen Bewegung der «Indignados» (Deutsch: Empörten), die zu Fuß von Madrid nach Brüssel gekommen waren. In der spanischen Hauptstadt setzten die «Empörten» genau fünf Monate nach ihrem Entstehen die Proteste fort. Zehntausende Menschen demonstrierten im Herzen der spanischen Hauptstadt gegen die Macht der Banken.

Arabischer Frühling – Arabic Spring

Kairo feiert Sieg der Hoffnung

NEW! Wir Sind Das Volk -  Version Arabic Spring

Die aus Ägypten stammende Berliner Dichterin und Journalistin Azza Hassan hat das  wundervolle Poem “Oh Menschheit, wir sind aufgestanden” zum arabischen Frühling und dem Aufstand in Ägypten geschrieben. Sie hat es auch selbst mit vollem Herzen und voller Seele gesungen in der neuen arabischen Version von“Wir sind das Volk –  Arabic Spring”.

Azza Hassan

Azza Hassan war bei Berliner Demonstrationen für die Freiheit Ägyptens dabei und hat, wie viele in Deutschland lebende Exil-Ägypter, am Bildschirm miterlebt, wie die wochenlangen, friedlichen Demonstrationen zum Sturz des Diktators Mubarak führten.

Im Musikvideo werden bewegende Szenen aus Ägypten, Libyen, Yemen und Syrien gezeigt. Die Menschen kämpfen für Ihre Freiheit und Hoffnung auf Demokratie. Viele Menschen sind dabei gestorben und wir verneigen uns vor dem Mut und Einsatz dieser Menschen für Ihr Land.

Das Video wurde in der ägyptischen Botschaft am 29. September 2011 vor Botschaftern verschiedener arabischer Staaten gezeigt und löste unterschiedliche Reaktionen aus. Es wird jetzt auch in Ägypten und anderen Ländern im TV gezeigt werden.

99Percent – Marching NY

Kein erkauftes Schweigen mehr

Die Proteste junger Menschen gegen die Macht der Börsen weiten sich aus. Die Bewegungen 99 Percent und Occupy Wallstreet aus den USA haben Fahrt aufgenommen. Der Marsch der jungen Demonstranten, die seit Wochen aus Protest gegen die ungebrochene Macht der Wall Street in New York im Zucotti Park im New Yorker Finanzdistrikt campen, am 01. Oktober auf der Brooklyn Bridge könnte ein historischer Einschnitt sein. Der Beginn einer amerikanischen außerparlamentarischen Opposition?

Police and demonstrants on Brooklyn Bridge

Police talking to caught demonstrants

 

 

 

 

 

The march of young protestants against Wall Street on Brooklyn Bridge on October 1st marks the birth of an extraparliamental opposition in the USA. The movements Occupy Wallstreet and 99 Percent are going against Wallstreet ruling financial interests of 1 percent rich against 99 percent poor people.

The actual Demonstrations grow and show a massiv movement of disappointed and angry people don’t want to just watch financial industry decide about their lives.

Protestant in Washington

Anti Wallstreet demonstrant in Washington (c) reuters

 

DEINE WELT – YOUR WORLD

Featured

 Iran Green Revolution 2009 (c) reuters    Egypt Revolution 2011 Tahrir Place   US-Protests against Wallstreet 2011

NEW! Arabic Spring

„WIR  SIND  DAS   VOLK“  Ein mächtiger Ruf
Mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ stürzten im Herbst 1989 mutige DDR-Demonstranten die Berliner Mauer und veränderten die Welt. Doch Geld allein löst nicht alle Probleme. Die Gier von Kapital und Bankstern hat die Welt in ein Chaos geführt. Millionen leiden darunter. Klimawandel bedroht uns und unsere Kinder. Können wir Geld essen? Können wir Geld trinken? Können wir Geld atmen? Sollten wir das Geld alles entscheiden lassen? Zeit für neue Veränderungen … Wir sind das Volk. Du und ich.

Der Song “Wir sind das Volk” in verschiedenen Sprachen und Versionen als universelle Hymne für  Freiheit und People Power. In einem weltweit einmaligen Musikprojekt wird der Gedanke, dass wir alle zusammen gehören, symbolisiert. Wir unterstützen ausdrücklich Freiheitsbewegungen in der ganzen Welt. Friedliche Veränderungen zu mehr Mitbestimmung der Einzelnen. Schluß mit dem Ausverkauf von Menschenrechten, Freiheit und Demokratie für Finanz- und Wirtschaftsinteressen. Nicht “Die Märkte” sollen über unser Leben entscheiden, sondern wir selbst! Mich Dich ein. Es ist DEINE WELT.

 

 

 

Alle Songs und Videos hier auf jaxmusic!

“WE ARE THE PEOPLE“   A powerful shout
With the shouting „Wir sind das Volk“ („We are the people“) on lips, in autumn 1989, couraged eastgerman demonstrants tore down the Berlin Wall and  changed  the  world.  The  „Iron Curtain“ fell down. But as time went by, pure greedy money could not make the world a very better place. Greedy money and banksters led us into a world financial crisis. Millions are suffering. The climate change threatens our kids and us. Can we eat money? Can we drink money? Can we breath money? Should we let money decide about all our lifes? Its time to remember … We are the people. You and me.
The Song about the sentence “We are the people” (english “We change the world”) as an universal hymn for freedom and people power. We support freedom initiatives in a worldwide unique musical Project. Peaceful change of political slavery to financial interests and to more real democratic structures worldwide. Not “The Markets” may decide about our live but you and me. Get involved. It’s YOUR WORLD.

All Songs and Videos here on jaxmusic!